Spuren der Zeitgeschichte in und um Rottweil


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Stellungen und Bunker bei Flözlingen


Bei Flözlingen befindet sich eine nahezu vollständig erhaltene Batteriestellung, was mittlerweile leider eine Seltenheit darstellt.

Ich appeliere an alle, auf die Rechte der Besitzer Rücksicht zu nehmen, dort nicht mit Metalldetektoren o.ä. aufzutauchen, die öffentlichen Wege nicht zu verlassen und selbstverständlich nichts zu beschädigen oder mitzunehmen!
Ansonsten werden weitere Nachforschungen nicht mehr  möglich sein und selbst die Existenz dieser Internetseite wäre dadurch gefährdet.

Im Amtsblatt der Gemeinde Zimmern wurde im März 2012 darauf hingewiesen, dass die gesamte Stellung unter Denkmalschutz steht. Das heißt, es kann keiner der Besitzer mehr behaupten, er wüsste von nichts. Ich hoffe, dass uns diese in ihrem Erhaltungszustand einmalige Stellung nun endgültig erhalten bleibt und es keine "Umbauten" mehr geben wird. 

Die Batteriestellung besteht aus 4 Geschützbettungen für schwere Flak (B01, B02, B06, B07 - Typ "Vogelsang"), Bettung für Kommandohilfsgerät/E-Messer als Befehlsstelle II (B03 - Typ "Schliffkopf"), einer abgesetzten Stellung für das Kommandogerät als Befehlsstelle I (B04 - "Vogelsang") sowie einem Mannschafts- oder Kommandobunker (B05). Darüber hinaus verfügen alle Geschützbettungen und Gerätestände über einen angehängten, verbunkerten Mannschaftsunterstand, was in der LVZ-West insgesamt laut Literatur wohl eher ungewöhnlich gewesen ist, rund um Rottweil aber den Normalfall darstellt. Laut Friedrich Wein ist hierin evtl. schon der Übergang zu den Bauten des Atlantikwalls zu sehen.

Die Batteriestellung scheint - bis auf die angehängten Unterstände - im Wesentlichen der Stellung auf dem Schliffkopf entsprochen zu haben, welche in Felix Weins
LVZ-West-Buch ausführlich beschrieben wird. Hierfür sprechen die kleine, rechteckige Befehlsstelle II, die als Befehlsstelle I "missbrauchte" Geschützbettung sowie dass sämtliche Bettungen vom Typ "Vogelsang" (in Flözlingen jedoch abgewandelt mit Unterstand) sind. In den meisten in der Literatur dokumentierten Stellungen werden zumindest für die Befehlsstelle II aufwendigere Bauten verwendet (wie z.B. auch in Feckenhausen).

Ein Flak-Beständelager gab es in Flözlingen vermutlich nicht. Wahrscheinlich wurde das sehr große Beständelager bei der Flak-Kaserne in Zimmern mitverwendet. Ein solches Vorgehen ist beispielsweise auch aus dem Raum Nagold bekannt.

Die Stellung war höchstwahrscheinlich niemals belegt. Laut einer Zeitzeugin soll in Flözlingen nie geschossen worden sein, sehr wohl aber im Bereich der Flak-Kaserne in Zimmern, obwohl es dort wohl keine festungsmäßig ausgebaute Stellung  gab.

Diese Batteriestellung ist momentan die einzige, die ich ausreichend per GPS, Skizzen und Photos dokumentiert habe. Allerdings bleiben auch hier noch viele Fragen offen, zu deren Klärung ich auf die Mithilfe von Zeitzeugen (sofern überhaupt noch vorhanden) oder Menschen, denen das entsprechende Wissen weitergegeben wurde, hoffe. 



Übersichtskarte, für Details bitte die entsprechenden Elemente anklicken:
Uebersicht mit Pumpenhaus und mutmaßlichem Kommunikationsbunker Geschützstellung B06 Geschützstellung B07 Geschützstellung B02 Befehlsstelle II Fundamentreste W01 Fundamentreste W02 Pumpenhaus Unterstand B05 Befehlsstelle I Fundamentreste W03

Abbildung 1: Übersicht mit Wasserversorgung und mutmaßlichem Kommunikationsbunker (Satellitenbild: Google Earth)

Geschützstellung B01 | Geschützstellung B02 | Geschützstellung B06Geschützstellung B07 | Befehlsstelle I | Befehlsstelle II
Unterstand B05 | Fundamentreste Baracke W01 | Fundamentreste Baracke W02 | Fundamentreste Baracke W03
Pumpenhaus | Mutmaßlicher Kommunikationsbunker


Grundriss Geschützbettung Vogelsang mit Unterstand
Abbildung 2: Grober Grundriss der in Flözlingen verwendeten Geschützbettungen, Typ "Vogelsang", modifiziert mit angehängtem Unterstand. Da ich weder ein großer Freund von Vermessungen noch von CAD-Programmen bin (leider), ist der Grundriss alles andere als genau und soll lediglich als grober Anhaltspunkt dienen (anklicken, um den Grundriss in Originalgröße zu betrachten).
Insbesondere die Winkel müssten nochmals vor Ort nachgemessen werden. Teilweise wurden die Bettungen auch recht unterschiedlich ausgeführt. Besonders die vier Flügelmauern der Ein-/Ausfahrten weisen teils sehr unterschiedliche Maße auf, sowohl in der Länge als auch in der Höhe. Darüber hinaus gibt es u.a. Unterschiede in der Ausführung des Unterstandes, so weist z.B. nur B04 eine Art Lüftungskamin auf, alle anderen nicht.

Die Wasserversorgung der Stellung erfolgte vermutlich ausschließlich aus einer gefassten Quelle - und nicht aus dem Teufenbach, wie zuerst vermutet. Das Wasser wurde in ein auf der Höhe gelegenes Reservoir (vermutlich in der Nähe von W01) gepumpt. Laut eines Passanten, den ich bei den Stellungen angetroffen habe, existiert das unterirdische Reservoir noch. Ich konnte aber den Einstiegsschacht trotz seiner Beschreibung nicht finden.
Falls jemand Informationen zum genauen Standort hat, bitte per E-Mail (siehe >> Impressum) melden.

Darüber hinaus hat er mir von einem Bunker berichtet, der vor längerer Zeit gesprengt wurde und vermutlich die Kommunikationszentrale darstellte, da er einige 100 m (in nördlicher Richtung) abgesetzt war und er äußerte, dass von dort aus die Funkverbindung zur Stettener Höhe gehalten wurde (siehe auch Mutmaßlicher Kommunikationsbunker). Dort befand sich ein großes Flak-Beständelager sowie eine Flak-Kaserne (siehe Flak-Standort Zimmern).